Moderne Smartphones sind hochkomplexe Systeme mit individuell gesicherten Speicher- und Prozessorarchitekturen.
Diese technischen Gegebenheiten haben direkten Einfluss auf den notwendigen Rettungsaufwand.
Beispiele aus unserer täglichen Praxis bei RESQ:
1️⃣ Ältere Geräte mit eMMC-Speicher
Bei älteren Smartphones lässt sich der interne Speicher manchmal noch per klassischem Chip-Off-Verfahren auslesen.
Aber: Gerade bei Modellen wie dem Samsung Galaxy S3 treten häufig interne Speicherdefekte auf.
Dann ist der Aufwand deutlich höher, weil der eMMC mit dem Faserlaser freigelegt und anschließend über spezialisierte Tools wie den Rusolut Visual NAND Reconstructor (VNR) rekonstruiert werden muss.
2️⃣ Neuere Smartphones mit UFS-Speicher und Sicherheitsarchitekturen
Moderne Android-Geräte nutzen in der Regel UFS-Speicher in Kombination mit Sicherheitschips wie:
Diese Bauteile sorgen für Datensicherheit – machen eine Rettung aber auch komplexer.
Oft müssen mehrere sicherheitsrelevante Komponenten transplantiert und logisch miteinander gekoppelt werden, um überhaupt einen Zugriff auf den Datensatz zu ermöglichen.
3️⃣ iPhones: NAND, CPU, Logic EEPROM und RAM
Bei Apple-Geräten ist die Datenrettung grundsätzlich nur möglich, wenn CPU, NAND und Logic EEPROM als funktionaler Verbund transplantiert werden.
Das gilt für alle Modelle — unabhängig von Baujahr oder Baureihe.
Mit Einführung des A10-Prozessors kam eine besondere Herausforderung hinzu:
Seitdem ist der RAM im POP-Verfahren fest mit der CPU verbunden.
Ist der RAM beschädigt, muss er mit der CNC-Fräse präzise entfernt und ersetzt werden.
Dieser zusätzliche Aufwand ist bei RAM-Schäden oft der entscheidende Faktor für den Gesamtaufwand einer Datenrettung.